Sieben Jahre Metalcore-Band während der Schulzeit. Nicht als Phase – als Lebensschule. Rhythmus, Energie, Kompromisslosigkeit. Und die Erkenntnis, dass man Dinge auf die Bühne bringen kann, die sich gleichzeitig gut anfühlen und was bedeuten.
Dann Design studiert und eigenes Indie-Mode-Label Mandala Clothing aufgebaut. Und gleichzeitig Ausstellungen und Experiences gebaut – unter anderem die größte MARVEL-Superhelden-Ausstellung in den USA mitentwickelt. (Spider-Man, Iron Man, Thor alle am Start.)





Aber irgendwann war’s nicht mehr genug, Welten für andere zu gestalten. Ich wollte meine eigene bauen. Also: COCAMPUS gegründet – Coworking für Studierende. Konzept stand, Team stand, Finanzierung stand. Bis Corona kam und alles platzen ließ.
Was macht man, wenn der Plan stirbt?
Man geht raus. Weit raus.
Asien. Rucksack. Kein LinkedIn. Nebenbei eine TV-Show namens Space Hero unterstützt, die Leute ins Weltall schicken wollte. (Kannste dir nicht ausdenken.)
Und irgendwo zwischen Covid, Ukraine-Krieg, Klimakrise, Palmen und Perspektivwechsel kam diese eine Frage, die mich nicht mehr losgelassen hat:
Die Antwort war klar. Jemand, der seine Zeit, sein Antrieb und Skills nutzt, um was zu bewegen. Nicht irgendwann. Jetzt.
So entstand klima&so – zusammen mit meinem Co-Founder. Ein Climate-Tech-Unternehmen, das das erste Berechnungsmodell für Social-Media-Emissionen entwickelt hat. Wo vorher nichts war; keine Daten, keine Methodik, keine Branche, die sich drum geschert hat und vor allem: kein Bewusstsein für das Problem, das dahinter steckt – konnten wir zeigen, dass es sich lohnt hinzuschauen.
Und ganz nebenbei haben wir bewiesen, dass Gründen auch anders geht. Dass es nicht nur steif sein muss. Dass Kommunikation stabilen Nacken verträgt und ernste Themen Spaß machen dürfen (und MÜSSEN!)
Dafür ging’s dann auch auf die begehrte OMR 50-Liste. Und der Deutsche Nachhaltigkeitspreis hat dafür die schönste Alu-Kugel der Welt spendiert – für ein Unternehmen, das unter Palmen auf einem Notizbuch angefangen hat.



Neben Bühne und Startup passieren manchmal Dinge, die schwer in eine Kategorie passen. Manche waren geplant. Manche sind einfach passiert. Und manche haben Leute verwirrt, bevor sie sie verstanden haben.
Niemand schaut mehr hin, wenn’s ums Klima geht. Aber fallen die Hosen, sind die Augen weit offen. Also haben wir mit klima&so einen Unterwäsche-Kalender gemacht – 12 Monate, 12 Klimakrisen. Jedes Bild ein Spiel mit der Dissonanz: Calvin-Klein-Ästhetik trifft auf Dürren, Fluten und schmelzende Polkappen. Skin in the Game. Dazu eine Vernissage, die Kunst, Klima und Absurdität in einen Raum gesperrt hat. Das Ergebnis: Ein Ort an dem Humor, Kultur und schweren Themen keine Gegensätze, sondern Programm sind.
90 % aller Podcasts sterben nach Folge 3. Nur 7 % schaffen es bis Folge 100. Patrick und ich haben zwei Jahre lang jeden verdammten Sonntag geliefert – über 120 Stunden Haltung, Humor und kein Skript.
Größtes Learning: manchmal ist planlos der Plan. So wurden wir von einem Themen- zum Laber-Podcast, der anderen Spaß gebracht hat, weil er uns Spaß gemacht hat.


Den Marketing for Future Award gab’s schon. Eine Kategorie für Creator:innen, die mit Haltung statt Heißluft überzeugen? Gab’s nicht. Also hab ich sie gebaut: „Sustainable Creator“. Denn aus großer Macht, folgt große Verantwortung. Und wer den Mut sogar öffentlich beweist, gehört auch belohnt.
Im ersten Jahr ging der Award an Fabian Grischkat, im zweiten an Robinga Schnögelrögel. Und der etwas angestaubten Green-Bubble wurde klar, was längst überfällig war: Creators sind die neuen Medien und ihr Impact verdient eine eigene Bühne.
Lenn Kudrjawizki hat den United for Children Ride für UNICEF aufgezogen – Spenden und Aufmerksamkeit für Kids, die von der Klimakrise als erste betroffen sind. Er meinte: „Dafür fahr ich mit dem Bike von Berlin nach Hamburg.“ Ich so: „Dann komm ich mit.“ 350 km, drei Tage, ein zerstörter Hintern. Mit dabei: Verkehrssenator Anjes Tjarks, Polizeieskorte in Hamburg und am Ende ein Benefizkonzert mit Jürgen Vogel, Meret Becker und Glasperlenspiel.
Keine große Strategie. Einfach Bock gehabt. Ein klima&so-Team beim Xletics Run auf die Beine gestellt, das Ganze auf Social Media geteilt und Spenden für ForTomorrow gesammelt. Weil Klimaschutz nicht immer ein Panel braucht. Manchmal reicht es, loszurennen und Leute mitzunehmen.
Dann lass uns schnacken – Über dein Event, dein Thema und darüber, wie man Menschen mit Bock und Zwinkern im Auge erreicht!
Oder schick mir eine Email: hi@jeanpaulundso.com